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Elternsein ist die perfekte Managementschule

Buchcover "Beruf + Familie passt!", erschienen 2018 im Campus Verlag

Dies ist ein Textauszug aus dem Buch „Beruf und Familie – Passt! So finden Eltern den richtigen Arbeitgeber“ von Nicole Beste-Fopma, erschienen 2018 im Campus Verlag.

Nur ganz wenige Frauen und noch weniger Mütter schaffen es in die oberste Führungsebene. Noch immer müssen Mütter an zwei Fronten „kämpfen“: Sie müssen die Vorbehalte gegenüber Frauen und dann auch noch die gegenüber Müttern entkräften. Vorurteile, die ihnen aus der Gesellschaft entgegengebracht werden, und solche von Seiten der Unternehmen. Dabei bieten Mütter, wie Eltern allgemein, eine Fülle an Fähigkeiten, die für eine Führungsposition vorausgesetzt werden. Von einer Führungskraft verlangt man eine Vielzahl an sozialen Kompetenzen. Sie muss innerhalb ihres Bereichs eine Feedbackkultur etablieren und leben können. Sie muss Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen können und immer mit allen im Gespräch bleiben. Fähigkeiten, die in einer solch ausgeprägten Form nicht von Fachkräften verlangt werden.

In Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegt der Frauenanteil in der Führungsposition bei 25,3 Prozent und nimmt dann kontinuierlich ab. So liegt der Anteil von Frauen in Führung bei Unternehmen mit 501 bis 1.000 Mitarbeitenden bei lediglich 12,9 Prozent. Allerdings nimmt der Prozentsatz mit 16,9 wieder deutlich zu, wenn das Unternehmen mehr als 5.000 Angestellte beschäftigt. So der Stand laut Statista im Jahr 2016. Insgesamt gibt es also schon mehr Frauen in Führung. Sicherlich auch ein Ergebnis der Quote, aber von diesen Frauen ist nur jede dritte Mutter.

Nur eine von 25 Müttern wirbt mit den durch ihre Mutterschaft erworbenen Kompetenzen. Die restlichen 24 entschuldigen sich dafür, ihr Arbeitsleben unterbrochen und ein Kind zur Welt gebracht zu haben.

Elternsein ist die perfekte Managementschule

Glaubt man Martin Wehrle, Karriereberater und Autor des Bestsellers „Herr Müller, Sie sind doch nicht schwanger?! Warum das Berufsleben einer Frau für jeden Mann ein Skandal wäre“, wirbt aber nur eine von 25 Müttern mit diesen durch ihre Mutterschaft erworbenen Kompetenzen. Die restlichen 24 entschuldigen sich dafür, ihr Arbeitsleben unterbrochen und ein Kind zur Welt gebracht zu haben. Eher kontraproduktiv, wenn es darum geht, Vorurteile zu entkräften. Und für Eltern gibt es gute Gründe, warum sie Vertrauen in die eigenen Führungskompetenzen haben können. Denn Elternsein ist die perfekte Managementschule:

Eltern trainieren Budgetverantwortung

Die meisten Eltern stehen noch am Anfang ihres Berufslebens, wenn der Nachwuchs geboren wird. Das Gehalt ist in dieser Zeit in aller Regel noch nicht so üppig. Mit dem vorhandenen Geld muss daher gut gewirtschaftet werden.

Eltern haben eine höhere Stresstoleranz

Rund 20 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 25 und 39 Jahren sind eigenen Angaben zufolge von chronischem Stress betroffen. Laut DAK Gesundheitsreport 2014 ist diese Zahl bei Eltern genauso hoch wie bei Kinderlosen, trotz Mehrbelastung von Eltern durch die Kinderbetreuung.

Eltern sind tatkräftig

Drei deutsche Wirtschaftswissenschaftler verglichen die Produktivität von Ökonomen mit und ohne Kinder anhand ihrer Publikationslisten. Und siehe da: Ökonomen mit zwei Kindern sind über ihre gesamte Berufslaufbahn hinweg betrachtet produktiver als Kollegen mit einem oder keinem Kind („Parenthood and Productivity of Highly Skilled Labor: Evidence from the Groves of Academe“, Matthias Krapf, Heinrich W. Ursprung und Christian Zimmermann, 2014).

Für Eltern ist die Vorbildfunktion kein Neuland

Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Zeitschrift Eltern aus dem Jahr 2015 sind 99 Prozent der Eltern von bis zu neunjährigen Kindern  der Überzeugung, dass sie die wichtigsten Vorbilder für ihre Kinder sind. Bei Eltern mit Kindern von bis zu zwölf Jahren reduziert sich der Prozentsatz auf 70 Prozent. Eltern sind es also gewohnt, darauf zu achten, dass sie mit gutem Beispiel vorangehen, um ihre Kinder – oder eben ihre Mitarbeiter – zu motivieren und ihnen zu zeigen, was sich gehört und was nicht.

Eltern sind wahre Organisationstalente

Elternschaft fordert Organisationsfähigkeiten. 55 Prozent der Eltern haben den Eindruck, dass sie mehr im Voraus planen, seit sie Kinder haben. 44 Prozent halten sich für besser organisiert als vor der Elternschaft, so das Ergebnis des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2015.

Eltern können besser priorisieren

Nur wer priorisieren kann, wird das „Unternehmen Familie“ erfolgreich durch einen oftmals turbulenten Alltag führen können.

Eltern können motivieren

76 Prozent der Eltern finden es wichtig, ihren Kindern beizubringen, gewissenhaft und ordentlich zu arbeiten – eine Tugend, die auch Führungskräfte bei ihren Mitarbeitern gern fördern (Statistisches Bundesamt 2015).

Eltern können führen

Kinder zu erziehen heißt nichts anderes als Kinder anzuleiten.

Zum Thema Familie und Beruf fragt sich Nicole Beste-Fopma in ihrem Buch:

Alles eine Frage der Organisation?

Es lohnt sich, die folgende Antwort zu lesen:

Nein. Wer Karriere machen will, muss auf Zeit mit der Familie verzichten. Zu einer gleichwertigen Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird es nie kommen.

Wollen Sie trotz Beruf bei jeder Kindergarten- oder Schulveranstaltung dabei sein? Wollen Sie auch noch in der Schule ein Ehrenamt bekleiden? Als Klassenelternsprecherin oder im Elternbeirat? Immer da sein, wenn der Nachwuchs krank ist? Lieber keine Überstunden machen? Nicht auf Dienstreisen gehen? Dann wird es schwierig mit der Karriere. Zumindest so lange, wie die Kinder noch zu Hause leben.

Und ja, wer Kinder und Karriere will, muss sehr gut organisiert sein. Wer Kind und Karriere will, kann nicht schnell mal das kranke Kind von der Schule abholen. Die Betreuung inklusive Notfallbetreuung muss also bis ins letzte Detail geplant und zu jeder Zeit abrufbar sein. Wer Kind und Karriere will, hat auch nicht immer Zeit, die anspruchsvolle Torte für die Schulfeier selbst zu backen. Aber der Bäcker aus der Nachbarschaft freut sich, wenn er Ihnen behilflich sein kann. Wer Karriere und Kinder vereinbaren will, sollte sich auch auf jeden Fall eine verlässliche Hilfe im Haushalt suchen. Ihre Kinder werden sich über die hierdurch gewonnene gemeinsame Zeit freuen.

Eine gute Organisation, aber auch das Delegieren von Aufgaben ist nicht nur im privaten Bereich wichtig für die Vereinbarkeit von familiären Aufgaben mit einer Führungsposition, sondern auch beruflich.

Ein Textauszug aus dem Buch

Beruf und Familie - Passt! So finden Eltern den richtigen Arbeitgeber

Beruf und Familie – Passt!
So finden Eltern den richtigen Arbeitgeber
Nicole Beste-Fopma
Campus Verlag, 2018
Broschiert, 237 Seiten
ISBN 9783593438023
€ 22,95 [D]

Buch und Autorin

Über das Buch

Noch immer sehen sich viele junge Mütter und Väter vor die Herausforderung gestellt, wie sie Familie und Beruf vereinbaren können. Häufig entsteht der Eindruck, sich zwischen Kind und Karriere entscheiden zu müssen. Nach wie vor sind es dabei meist die Frauen, die beruflich zurückstecken oder gleich ganz zu Hause bleiben. Dabei können beide Elternteile beides haben, weiß Autorin Nicole Beste-Fopma – mit dem richtigen Arbeitgeber!

Nicht nur das traditionelle Familienbild und die Rollenverteilung wandeln sich, auch der Arbeitsmarkt ist im Umbruch. In Zeiten von Fachkräftemangel und einem neuen Bewusstsein für selbstbestimmtes und sinnhaftes Arbeiten der Generation Y wird familienbewusstes Verhalten zum Wettbewerbsvorteil. Nur wer seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive Rahmenbedingungen schafft und auf ihre Bedürfnisse eingeht, kann sich im „War of Talents“ durchsetzen und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sich binden.

Das Buch ist ein Ratgeber für alle berufstätigen Eltern und ein Mutmacher, der zeigt, wie man auch mit Kindern seinen Traumjob bekommt!

Quelle: Campus Verlag

Die Themen des Buchs

Nicole Beste-Fopma gibt in ihrem Buch einen Überblick und Praxistipps zu folgenden Aspekten:

  • Vereinbarkeitsmodelle
  • Arbeitszeitmodelle
  • Betreuungsangebote
  • steuerliche Fragen
  • Hilfseinrichtungen
  • Stellenanzeigen
  • Bewerbungsanschreiben
  • Vorstellungsgespräche
  • Alleinerziehende
  • pflegende Angehörige

Die Autorin

Nicole Beste-Fopma, Autorin von"Beruf+Familie passt!"

Nicole Beste-Fopma, Autorin von“Beruf+Familie passt!“

Nicole Beste-Fopma machte sich mit LOB, dem Online-Magazin für alle berufstätigen Mütter und Väter selbstständig. LOB liefert brauchbare Tipps für den Alltag, stellt Informationen bereit und schreibt über Menschen und Unternehmen, die Familie und Beruf als Einheit begreifen.

Nicole Beste-Fopma ist Expertin zu allen Fragen rund um das Thema “Vereinbarkeit von Familie und Beruf” und hält dazu Vorträge, moderiert Diskussionen und Workshops und berät Unternehmen auf diesem Gebiet.

Weiterer Lesegenuss

Ein sehr amüsanter Bestseller mit ernstem Kern. Das Buch zeigt, wie Frauen (und sicher auch einige Männer) heute selbstverständlich im Berufsleben diskriminiert werden und sich ganz selbstverständlich diskriminieren lassen.


Sehr gute Hinweise, wie Frauen Karriere machen können.

Einer der wichtigsten Tipps: Suche dir den für deinen Lebensentwurf passenden Partner.


Erst wenn Frauen verstehen, wie Männer ihre Macht demonstrieren, können Frauen entsprechend ihre Karriere planen. Wie Frauen in typischen Situationen des Berufsleben reagieren können, trainieren sie mit diesem Buch.

Nicole Beste-Fopma arbeitet heute als Journalistin und ist Mutter von vier Kindern. Sie kennt aber auch die Herausforderungen als alleinerziehende Mutter in der freien Wirtschaft. Bevor sie sich 2011 mit LOB für berufstätige Mütter und Väter dem ersten deutschsprachigen Magazin selbstständig machte, war sie viele Jahre als Pressereferentin für einen großen Konzern tätig – und während dieser Zeit alleinerziehend. 2014, mittlerweile selbstständig, neu verheiratet und Mutter von vier Kindern, erkrankte Nicole Beste-Fopma an Brustkrebs und lernte so nochmal eine ganz neue Dimension der Vereinbarkeit kennen – die von Beruf und Krankheit. Wieder gesund, setzt sie sich mit ungebrochenem Elan für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein.

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