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Wer hat schon eine normale Familie? Aus der Reihe Carl-Auer Kids

Buchcover "Wer hat schon einenormale Familie"

In dem Kinderbuch aus der Reihe Carl-Auer Kids „Wer hat schon eine normale Familie“ von Belinda Nowell und Míša Alexander geht es um die Frage: Was ist normal?

Worum es in dem Buch geht

Der Schuljunge Alex erzählt freudig vom Familienzuwachs. Da entgegnet der Schulkamarad Jimmy Martin aus Gehässigkeit: „Du hast keine normale Familie!“

Alex gerät durch seine Umwelt ins Grübeln und hinterfragt. Denn seine Schwester Emma und er sind Pflegekinder und damit scheinen sie alle zusammen keine normale Familie zu sein. Alex‘ Mama schaut sich daraufhin zusammen mit Alex das Klassenfoto an. Sie entdecken, dass jede Familie anders ist „und das ist die normaliste Sache der Welt.“

Das Besondere an dem Buch

Das Buch ist wunderschön illustriert von ‎Míša Alexander. Die Menschen sind sehr bunt und die Emotionen von Protagonist Alex und den anderen Kindern im Buch sehr gut dargestellt.

Die Themen im Buch

  • Gefühle wie Freude und Enttäuschung, Hoffnung und Optimismus
  • Vielfältige Lebensweisen und unterschiedliche Menschen
  • Gewohnheiten und Normalität, Vergleichen mit anderen und Anderssein

Die Themen in dem Buch regen an, um die Empathie zu schulen und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Außerdem können unterschiedliche Gefühle benannt werden.

Das Buch will zeigen, dass die Welt bunter geworden ist. Es richtet die Aufmerksamkeit auf die Chancen und Möglichkeiten der unterschiedlichen Familien-Konstellationen.

Altersempfehlung

4 – 6 Jahre

Plus: Ergänzende Informationen

Nach der Erzählung folgen fünf Seiten voller Hinweise für Eltern, Erzieher und Vorlesende. Hier erläutert die Kinder- und Jugendtherapeutin sowie Herausgeberin der Reihe „Carl-Auer Kids“ Christel Rech-Simon, was an Geschichten heilsam sein kann und sie geht auf die Fragen ein: Warum wollen Kinder eigentlich „normal“ sein? Was bedeutet es (Kindern), „normal“ zu sein?

Das Buch

Belinda Nowell, Míša Alexander (Ill.)
Wer hat schon eine normale Familie?
Carl-Auer-Verlag, 2017
Gebundene Ausgabe, 21 x 25 cm, 38 Seiten
€ 15,95 [D]

Blick ins Kinderbuch "Wer hat schon eine normale Familie"

Buch innen "Wer hat schon einenormale Familie"

Hintergrund

Normal – oder die soziale Konstruktion der Wirklichkeit

Die Soziologie als wissenschaftliche Disziplin setzt sich mit dem Phänomen der Norm auseinander. Ein sehr passendes Zitat zu diesem Thema liefern Berger und Luckmann 1966 in ihrem Buch „Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“:

„Alles menschliche Tun ist dem Gesetz der Gewöhnung unterworfen.

Jede Handlung, die man häufig wiederholt, verfestigt sich zu einem Modell, welches unter Einsparung von Kraft reproduziert werden kann und dabei vom Handelnden als Modell aufgefasst wird.

Habitualisierung in diesem Sinne bedeutet, dass die betreffende Handlung auch in Zukunft ebenso und mit eben der Einsparung von Kraft ausgeführt werden kann.“

(Berger und Luckmann, 1966)

Anette Rößler liebt es, viel zu wissen. Bücher sowie guter Journalismus waren daher schon immer ihre Leidenschaft. Mit dem Internet lässt sich Wissen gut vernetzen, aber auch als unerschöpfliche Wissensquelle nutzen und teilen. Die Themen Natur und Nachhaltigkeit, Ernährung und Sport, Gesellschaft und Politik, Medien, Kommunikation und Digitalisierung liegen der Diplom-Sozialwissenschaftlerin und Diplom-Journalistin (FJS) am Herzen. Anette Rößler hat zwei Kinder.

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