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Warum Singen gesund ist und guttut

Buchcover von Pausenkicks. Das ultimative Job-Workout für Körper, Kopf und Stimme

Dies ist ein Textauszug aus dem Buch „Pausenkicks. Das ultimative Job-Workout für Körper, Kopf und Stimme“ der Autorinnen Lena Wittneben, Katrin Wulff und Sina Morcinek, erschienen im Campus Verlag.

Sie gehören auch zu den Menschen, die immer mal singen wollten?

Oder Sie haben sich schon länger Gedanken über ein schönes Teamevent gemacht?

Dann aber los! Warum nicht mal gemeinsam zu einem Chorkonzert gehen oder einen lustigen Karaoke-Abend anregen? Vielleicht gründen Sie auch einfach Ihren firmeninternen Chor?

Singen als emotionaler Klebstoff

Denn: Was sich in der Urzeit bewährt hat und in vielen Kulturen gang und gäbe ist, wirkt auch in hiesigen Gefilden wie ein emotionaler Klebstoff: das gemeinsame Singen. Selbst hitzige und auf Krawall getrimmte Gemüter bekommen ein seliges Lächeln auf die Lippen, wenn sie allein oder im Verbund mit anderen singen. Oder liegen gar einander in den Armen mit einem ungewohnt friedfertigen bis herzlichen Ausdruck im Gesicht. Introvertierte Geister kommen plötzlich aus sich heraus und ziehen ganz andere Saiten auf. Vielleicht haben Sie sich auch schon mal verwundert die Augen gerieben, wenn der stille Kollege von nebenan zum wilden Tiger mutiert beim Anstimmen des neuesten Helene-Fischer-Songs. Textsicher versteht sich.

Singen bringt Menschen in „Stimmung“

Die körperlichen und seelischen Auswirkungen vom Singen sind erstaunlich, die Veränderungen messbar. Singen schweißt Menschen nicht nur zusammen, sondern bringt sie im wahrsten Sinne des Wortes in „Stimmung“. Nicht zuletzt deswegen wurden Volks- und Marschgesänge häufig als Machtinstrument missbraucht: für politische Zwecke und zum Einstimmen auf Kriegshandlungen, untermalt von pathetisch anmutender Musik. Talent- und Gesangsshows haben dem Thema Singen wieder zu mehr Popularität verholfen.

Singen als Teil der Kultur

„Sing along“- und Karaoke-Videos sowie Sing-Apps zum Aufnehmen der eigenen Stimme sind populär wie nie. Wie durch ein Wunder haben wir durch die zahlreichen Fernsehsendungen nicht nur wesentlich mehr Singbegeisterte, sondern neuerdings auch fast so viele Dieter Bohlens wie bundesdeutsche Fußballtrainer (gern um die 80 Millionen bei EM und WM), die über das Gehörte kritisch fachsimpeln oder stöhnen. Die jüngere Generation hat ein mittlerweile wieder normalisiertes und gesundes Verhältnis zur eigenen Stimme.

Singen ist ein fester Bestandteil der eigenen Kultur und eine beliebte Freizeitbeschäftigung, warum also nicht auch in der eigenen Firma mal was gemeinsam anstimmen? Ob Volkslieder, Fußballhymnen und Fangesänge, klassische Chorwerke von Bach und Haydn, aktuelle Charthits oder amerikanische Gospelsongs – der Stil ist egal, Hauptsache es gefällt. Legen Sie los, und schmettern Sie Ihren Lieblingssong. Oder die firmeneigene Hymne oder alte Kinderlieder oder, oder, oder. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Und wenn Sie jetzt meinen: »Ich kann nicht singen«, dann lassen Sie sich gesagt sein:

1. Sie können nicht singen? Stimmt nicht!

Wenn Sie sprechen können und Ihre Stimme halbwegs gesund ist, dann können Sie auch singen. Sie nutzen das gleiche körpereigene Instrument dafür, nur auf etwas andere Art.

2. Es geht um Spaß, nicht um Perfektion

Es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um den Spaß an der Sache und das individuelle und gemeinschaftliche Erleben. Schalten Sie Ihren Perfektionismuswahn aus, und sagen Sie Ihrem inneren Kritiker (wenn es ihn denn gibt), dass die Aussagen Ihres alten Musiklehrers (»Du singst schief«) oder Ihrer älteren Schwester (»Sei ruhig, du hast kein Talent«) an den Haaren herbeigezogen sind.

Und wenn Sie immer noch nicht überzeugt sind, hier fünf weitere gute Gründe, es einfach mal zu versuchen:

1. Singen vertieft die Atmung und trainiert die Muskeln

Beim Singen wird unsere Zwerchfellatmung aktiviert. Die Ein- und Ausatmung vertieft sich. Die Folge ist eine erhöhte Sauerstoffsättigung des Blutes und damit eine bessere Sauerstoffversorgung sämtlicher Körperzellen. Die Lungenfunktion wird gestärkt, die Darmtätigkeit wird durch das Heben und Senken des Zwerchfells angeregt. Gleichzeitig wird unsere »Stützmuskulatur« aktiviert und die Aufrichtung verbessert. Unsere mimischen Muskeln im Gesichtsbereich werden ebenso aktiviert.

2. Singen stärkt Herz und Kreislauf

Singen senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz und fördert die Durchblutung des ganzen Körpers, vor allem des Gehirns. Die Herzratenvariabilität – ein wichtiges Kriterium für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Herzens – wird wie bei Dauerläufern gesteigert. Interessant: Beim Singen im Chor synchronisieren sich die Herzfrequenz und Nervenaktivität der Beteiligten, wie eine Studie der schwedischen Universität Göteborg belegen konnte.

3. Singen stärkt das Immunsystem

Wie verschiedene Studien bei Chorsängern belegten, erhöht sich die Konzentration des Antikörpers Immunglobulin A im Speichel bereits nach 20- bis 30-minütigem Singen deutlich (um bis zu 240 Prozent). Immunglobulin A sitzt an den Schleimhäuten des Körpers und macht Krankheitserreger und Allergene beim Eindringen in den Körper unschädlich. Die durch das Singen gesteigerte Produktion von Melatonin sorgt für den Abbau von freien Radikalen und trägt so zur Krebsvorsorge bei.

4. Singen aktiviert neuronale Systeme

Wenn uns die Musik beim Singen berührt, werden dieselben neuronalen Systeme aktiviert, die sonst nur auf Stimuli wie Sex, Schokolade und Rauschdrogen reagieren, besagen die neusten Ergebnisse der Hirnforschung. Bei diesem »Gänsehauterleben« wird das gehirneigene Belohnungssystem aktiviert, das den Neurotransmitter Dopamin und körpereigene Opiate ausschüttet. Gleichzeitig wird die Aktivierung von Hirnzentren, die mit Angsterleben und unangenehmen Erfahrungen in Verbindung stehen (zum Beispiel der Mandelkern), gehemmt.

5. Singen beeinflusst die Hormonausschüttung

Beim lustvollen Singen kommt es zu einer verstärkten Ausschüttung der Botenstoff e Serotonin, Noradrenalin und Beta-Endorphine. Sogenannte Glückshormone, die Singende in eine gehobene Stimmung versetzen und nach dem Musikpsychologen Karl Adamek ausgeglichener und zuversichtlicher machen.

Singen wirkt wie Antidepressiva

Gleichzeitig wird durch die Senkung des Cortisolspiegels das Angst-, Stress- und Schmerzempfinden reduziert. So produzieren singende Menschen quasi ihr eigenes natürliches Antidepressivum.

Wer singt, wirkt liebevoller, offener und vertrauensseliger

Auch der Gehalt des „Liebeshormons“ Oxytocin ist im Blut bereits nach 20 bis 30 Minuten Singen markant erhöht. Oxytocin verstärkt – zum Beispiel beim Gebären, Stillen oder Sex – die Bindung zwischen Menschen, lässt sie liebevoller, offener und vertrauensseliger wirken. Hier haben wir also die Erklärung dafür, warum unsere sonst so miesepetrigen oder stillen Kollegen plötzlich so kraftstrotzend, aufgeschlossen und freundlich bis euphorisch wirken.

Genügend Argumente, um es einfach mal zu probieren, oder?

Ein Textauszug aus dem Buch

Pausenkicks. Das ultimative Job-Workout für Körper, Kopf und Stimme

Pausenkicks. Das ultimative Job-Workout für Körper, Kopf und Stimme
Lena Wittneben; Katrin Wulff; Sina Morcinek
Campus Verlag, 2018
Klappenbroschur, 166 Seiten
ISBN 978-3-593-50845-0
€ 19,95 [D]

Buch und Autorinnen

Über das Buch

Das Buch gibt viele leicht umsetzbare Praxistipps für den Alltag: Wie komme ich schnell aus dem Mittagstief, wie nutze ich den Arbeitsweg zur Entspannung und wie merke ich mir Dinge leichter. Außerdem gibt es viele Exkurse (wie der Textauszug oben), die sehr spannende Erkenntnisse liefern. So bietet sich das Buch gut an, um darin zu stöbern oder es queer zu lesen.

Die Themen des Buchs (Inhaltsverzeichnis)

  1. Morgenmuffel? Kurze Nacht? – Frischekicks für einen guten Start in den Tag
  2. Fahrtzeit gut genutzt – kleine Warm-ups auf dem Weg zur Arbeit
  3. Mit Leichtigkeit durch den Tag – wie Sie erfolgreich strukturieren und Prioritäten setzen
  4. Tatort Großraumbüro – fokussiert bleiben bei hohem Grundrauschen
  5. Wie hieß der doch gleich? – wie Namen, Fakten und Sie selbst im Gedächtnis bleiben
  6. Herzflattern? Die Stimme wackelt? – Präsentationen und Verhandlungen souverän meistern
  7. Suppenkoma adé – Wege aus dem Mittagstief
  8. Kreativtipps für Gewohnheitstiere – oder: Not macht erfinderisch
  9. XXL-Tage souverän meistern – Frischmacher für lange Arbeitssessions
  10. In den Feierabendmodus wechseln – entspannt zu Familie, Freunden und in die Freizeit

Über die Autorinnen

Lena Wittneben, Sina Morcinek, Katrin Wulff

Lena Wittneben, Sina Morcinek, Katrin Wulff

Lena Wittneben ist Gedächtnistrainerin und Systemischer Coach. Ihre Leidenschaft sind Wortfindungs-, Assoziationen-, Denkflexibilitätsaufgaben und Kreativitäts-techniken.

Sina Morcinek ist Schauspielerin und Yogatrainerin. Da sie sich schon als Kind aufgrund eines Rückenleidens intensiv mit ihrem Körper beschäftigen musste, weiß sie genau, wie wichtig Bewegung ist.

Katrin Wulff ist Sängerin, Songwriterin, Stimm- und Gesangstrainerin mit 15-jähriger Bühnenerfahrung und kennt die Tricks für eine tragfähige Stimme.

Übrigens

Die drei Autorinnen gehen mit Pausenkicker ihrer Leidenschaft nach:

Ganzheitliche Fitness! Zusammen veranstalten sie Gesundheitsveranstaltungen und Teamevents. Ihr Unternehmen bietet GesundheitsEntertainment für Körper, Kopf und Stimme an.

Imagefilm Pausenkicker

Weiterer Lesegenuss


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Die Sängerin, Songwriterin, Stimm- und Gesangstrainerin über sich: Meine Leidenschaft ist die Stimme. Ich liebe ihre vielen Facetten, die sich sowohl beim Singen als auch beim Sprechen zeigen. Die menschliche Stimme ist ein unheimlich sensibles und ehrliches Instrument. Hinter ihr kann man sich - anders als beim perfekten Outfit - nicht verstecken. Mit 15 Jahren Berufs- u. Bühnenerfahrung kenne ich die kleinen Tricks, die die Stimme fit machen und sie bei Nervösität wieder entspannen.

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