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Slackline: Spaßige Sportart mit kleinem Sportgerät – mit Übungsideen

Slackline auf einer Kindergartenfeier

Junge Menschen spannen ihre Slackline im Park zwischen zwei Bäumen und balancieren wie Seiltänzer darüber. Kinder und Jugendliche slacken auf Vereinsfesten oder anderen Freizeitereignissen auf der Slackline. Slacken oder Slacklinen ist eine relativ neue Trendsportart, die koordinativ hoch anspruchsvolle Bewegungsformen erfordert. Slacken eignet sich daher neben der Freizeitbeschäftigung auch als zusätzliches Training für den Turnsport in der Schule oder im Vereinssport. Da passt es doch gut, dass es für das Slacklining nicht viel braucht, außer einer Slackline und zwei Bäumen (oder Baum-Alternativen).

Slackline – Was ist das?

Die Slackline ist ein dehnbares Kunstfaserband, das zwischen zwei Befestigungspunkten wie zum Beispiel zwei Bäumen, gespannt wird*. Der Begriff „Slackline“ kommt aus dem Englischen und kann mit „lockeres Band“ übersetzt werden. Das Wort „slack“ bedeutet wörtlich übersetzt „schlaff“ oder „locker“ und bezeichnet eigentlich durchhängende Ketten.

Als Slacken, Slacklinen oder Slacklining wird das Balancieren auf der Slackline bezeichnet. Die Sportart zeichnet sich aus durch Eigenschaften wie

  • aktiv sein in der Natur,
  • bewegen aus eigener Muskelkraft,
  • den eigenen Körper spüren,
  • an Grenzen kommen und
  • bei all dem Spaß haben.

Geschichte des Slacklinens

In den 1960er Jahren war das Balancieren auf Absperrseilen und Ketten eine willkommene Freizeitbeschäftigung der Kletterer im Yosemite Nationalpark, USA. In den 1980er Jahren entwickelte sich daraus eine eigene Sportart. Adam Grosowsky und Jeff Ellington, die als die Pioniere des Slacklinens gelten, spannten als erste ein Schlauchband.

Mit der Zeit fanden auch Nicht-Kletterer Interesse an dem neuen Sport und waren daran beteiligt, dass sich Slacklinen um die Jahrtausendwende in Europa ausbreitete. Hierbei zählt Heinz Zak als Vorreiter des Slacklinens.

Im Juli 2008 wurde der Internationale Slackline Verband gegründet.*

Zur Sicherheit

Die Slackline darf nur mit Handkraft gespannt und für Kinder nur unter Aufsicht benutzt werden. Der Aufbau und weitere Sicherheitshinweise sind bei den jeweiligen Anbietern zu erfragen. Wenn Bäume als Fixpunkte verwendet werden, sollte immer mit einem Baumschutz gearbeitet werden. Der Baumschutz ist in vielen Slackline-Sets enthalten. 

Vorübungen ohne Slackline

Zum Aufwärmen ist eine kurze Einheit Seilhüpfen von ca. drei Minuten sehr sinnvoll, da alle Muskelgruppen und vor allem der Schultergürtel aufgewärmt werden. Dies ist für das spätere Ausbalancieren auf der Slackline sehr wichtig, um Verletzungen vorzubeugen.

Die Seile können danach verwendet werden, um darauf Linienkämpfe auszutragen. Zudem können propriozeptive Trainingsgeräte wie Wackelbrett, Luftkissen, Pezziball etc. hinzugenommen werden. Dabei werden Gesamtkörperkoordination und -stabilisation geschult.

Für die Halle:
Heranführen durch Balancieren auf dem Schwebebalken oder auf einer umgedrehten Turnbank.

Was ihr mit der Sklackline machen könnt

Slacklinen könnt ihr sowohl in der Halle, als auch im Freien.

Erste Schritte auf der Slackline

Als erste Übung eignet sich für Anfänger das Aufstützen auf seitlich mitgehende „Hilfesteller“. So kann das alleinige Gehen geübt werden – und dennoch ist eine Person präsent, an der man sich abfangen kann, wenn das Gleichgewicht verloren wird. Alternativ kann nur auf einer Seite eine Person zum Abstützen mitgehen, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.

Eine weitere Übung ist das Gehen auf der Slackline, während in beiden Händen lange Stöcke gehalten werden. So wird das Gleichgewicht durch Bodenkontakt aufrecht erhalten. Diese Methode ist mit den Stützrädern beim Fahrradfahren zu vergleichen.
Alternativ kann nur ein Stock verwendet werden.

Als Variation kann zu den oben genannten Übungen die Distanz der beiden Fixpunkte geändert werden, um die Stabilität der Slackline zu verändern. Dies kann zum Beispiel durch einen unter die Slackline gestellten Kasten erreicht werden. Je kürzer die Slackline, desto stabiler.

Für die Halle:
Um Sicherheit auf der Slackline zu gewinnen, besteht die Möglichkeit, die Slackline in einem Barren so zu platzieren, dass die Line direkt zwischen den Holmen verläuft. So können die Kinder und Jugendlichen sich links und rechts an stabilen Stützen festhalten und sich somit an die Schwingungen sowie die Breite des Schlauchbandes gewöhnen. Zudem gibt der Barren die Gewissheit, dass das Gehen auf der Slackline sicher ist.
Achtung: Vorher abklären, ob der Barren für Slacklines geeignet ist!

Slackline für Fortgeschrittene

Nach den ersten Gehversuche und wenn ein halbwegs sicheres Gehen auf der Slackline möglich ist, können Übungen hinzugenommen werden, die die Möglichkeiten auf der Slackline erweitern. Jetzt heißt es: Ausprobieren! Erlaubt ist alles, was Spaß macht und niemanden gefährdet.

Übungsideen:

  • Ball zuwerfen und fangen
  • mit Softbällen abwerfen
  • Hütchen aufsetzen und damit laufen
  • Eierlauf auf der Slackline
  • aus dem Sitzen aufstehen
  • Drehung auf der Slackline
  • Knee drop auf der Slackline
  • Leibchen aus- und anziehen
  • Zeitung lesen

Ausflug-Idee

Yosemite Nationalpark in den USA

Buch-Idee*

Slackline: Tipps, Tricks, Technik (inkl. DVD)
von Fritz Miller und‎ Daniel Mauser
Panico Alpinverlag, 2012
Taschenbuch, 248 Seiten
nur noch gebraucht zu erwerben (Stand: 04.03.2018)

Meine ersten Erfahrungen mit der Trendsportart Slackline habe ich 2005 im Yosemite National Park in den USA gemacht, als Slackliner in 900 m Höhe von einem vorgelagerten Felszahn und der Hauptwand des Massivs „geslackt“ sind. Dieses Erlebnis hat mich derart beeindruckt, dass ich mich mit dem Thema Slackline intensiv auseinander gesetzt habe. Als Dozent am Institut für Sport und Sportwissenschaft des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) betreue ich einerseits Forschungsarbeiten zum Thema Slackline und leite zudem seit 2007 Slacklinekurse für Sportstudenten sowie Hochschulsportkurse. Darüber hinaus führe ich Weiterbildungen und Praxisworkshops für Lehrer, Erzieher und Trainer zum Thema Slackline durch.

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