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Das Mindset entscheidet – wie Loben Lernen fördert

Kleinkind liest ein Lexikon.

Wer annimmt, für eine bestimmte Aufgabe brauche es eine Begabung, gibt schneller auf. Wer jedoch meint, sich immer weiterentwickeln und lernen zu können, nimmt Herausforderungen gerne und eher an.

In einer Studie der Motivationsforscherin Carol Dweck von der Stanford Universität sollten Kinder ein Puzzle machen. Erst ein leichtes. Danach konnten sie wählen zwischen einem weiteren leichten oder einem schwereren. Das Ergebnis: Wie ein Kind für das leichte Puzzle gelobt wurde, entschied darüber, ob es die Herausforderung „schweres Puzzle“ annahm oder nicht. 90 Prozent der Kinder, die mit den Worten „das hast du gut gemacht, du musst wirklich klug sein“ gelobt wurden, entschieden sich für ein weiteres leichtes Puzzle. Diejenigen aber, die statt für ihr Talent für ihre Anstrengungen gelobt wurden, wählten öfter das schwerere Puzzle.

Die Erklärung: Wer annimmt, dass es für eine bestimmte Aufgabe eine Begabung braucht, gibt schneller auf. Diese Menschen mit einem „Fixed Mindset“, einem statischen Selbstbild, messen ihren Selbstwert daran, was sie gut können – und verhindern Herausforderungen, an denen sie scheitern können. Das nämlich könnte ihre Talente in Frage stellen. Ihnen ist zudem wichtig, was andere sagen. Wer hingegen annimmt, sich immer weiterentwickeln und lernen zu können, nimmt Herausforderungen gerne an, um daran zu wachsen. Diese Menschen haben ein „Growth Mindset“, ein dynamisches Selbstbild.

Die Midset-Theorie bestätigte sich in weiteren Studien. Beispielsweise wurden „Growth Mindset“-Interventionen bei lernschwachen Kindern durchgeführt, die den Kindern zeigten, dass das Gehirn wie ein Muskel funktioniert und trainiert werden kann. Diese Kinder steigerten ihre Anstrengungen beim Lernen  im Vergleich zur Kontrollgruppe erheblich.

Macht also euren Kindern und euch immer wieder bewusst, dass eure Kinder und ihr selbst lernen könnt. Dabei helfen Merksätze wie: Du kannst es schaffen, wenn du es übst. Oder: Ich kann es schaffen, wenn ich es übe.

Quelle

Bildungsthemen. Das Magazin von Phorms Education

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Buch-Idee

Selbstbild: Wie unser Denken Erfolge oder Niederlagen bewirkt

Carol Dweck (Autorin) & Jürgen Neubauer (Übersetzer)
Piper Taschenbuch Verlag, 2017
Taschenbuch, 320 Seiten
€ 11,00 [D]

Anette Rößler liebt es, viel zu wissen. Bücher sowie guter Journalismus waren daher schon immer ihre Leidenschaft. Mit dem Internet lässt sich Wissen gut vernetzen, aber auch als unerschöpfliche Wissensquelle nutzen und teilen. Die Themen Natur und Nachhaltigkeit, Ernährung und Sport, Gesellschaft und Politik, Medien, Kommunikation und Digitalisierung liegen der Dipl.-Sozialwissenschaftlerin und Dipl.-Journalistin (FJS) am Herzen. Die beiden Blogs unbequemblog und wort-und-ideenreich betreibt die zweifache Mutter nebenberuflich. Sie sind die logische Konsequenz ihres Schaffens. Hauptberuflich ist Anette Rößler Content Managerin und Autorin für Managementthemen bei business-wissen.de. Außerdem verantwortet sie dort den Online-Shop, das Marketing inkl. Social Media, Medienkooperationen und Leseraktionen sowie die Kommunikation mit den Kunden unter anderem via Newsletter.

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